Zeppelin Rental sorgt für Licht, Strom und klare Fluchtwege im A81-Tunnel

„Bei einer Tunnelbaustelle dieser Größe reicht es nicht, einfach Kabel zu verlegen und Verteiler anzuschließen“, erklärt Johannes Werthmann, Vertriebsaußendienst im Bereich Energie, Klima und Wasser bei Zeppelin Rental. „Wir mussten uns intensiv mit der gesamten Infrastruktur auseinandersetzen, um sicherzustellen, dass jeder Meter Leitung effizient genutzt wird und sowohl die ausführenden Gewerke als auch die Notfallstationen zuverlässig mit Strom versorgt sind.“ Diese dienen während der Bauphase als Flucht- und Rettungspunkte, sodass Personen den Tunnel im Ernstfall verlassen können.
Die Herausforderung: zwei Tunnelröhren, jeweils rund 850 Meter lang, mit getrennten Versorgungssystemen und komplexen Anforderungen an Lichttechnik und Stromverteilung. Eine durchgehende Leitung über die gesamte Strecke kommt aus technischen Gründen nicht infrage. Stattdessen plante Zeppelin Rental mehrere autarke Stränge je Röhre – so bleibt die Versorgung auch im Fall einer Störung an einem Abschnitt gewährleistet.
„Entscheidend war, die Energie möglichst mittig im Tunnel einzuspeisen, um die Leitungslängen kurz zu halten“, so Werthmann. „Wir haben vor Ort verschiedene Szenarien durchgespielt und jede Notfallstation genau in die Planung einbezogen – in beiden Röhren parallel, damit alles synchron funktioniert.“
Für die Energieversorgung wurden in regelmäßigen Abständen insgesamt 24 Baustromverteiler installiert und 2.800 Meter Kabel verlegt – darunter ein GV630, mehrere V100- und EV-Verteiler sowie ein GGV125 und ein V160. Damit werden sowohl die Sicherheitsstationen als auch sämtliche Baugeräte, Beleuchtungssysteme und Kräne zuverlässig versorgt.
Ein weiteres Kernthema ist die Beleuchtung. Das Sicherheitskonzept sieht vor, dass selbst eine Stunde nach Stromausfall noch genügend Licht vorhanden sein muss, um eine sichere Evakuierung zu gewährleisten. Zeppelin Rental setzt dafür auf akkugepufferte LED-Bänder, die bis zu drei Stunden nach Ausfall die geforderte Lichtstärke halten. Schon in der Angebotsphase testete das Team die Leuchtkraft der LED-Bänder direkt im Bauwerk. Mit Lux-Messgeräten wurde überprüft, ob die Ausleuchtung in der 17 Meter breiten Tunnelröhre gleichmäßig und blendfrei ist. „Wir wollten nichts dem Zufall überlassen“, so Werthmann.
In Summe montierten die Fachkräfte 1.700 Meter LED-Bänder, verteilt auf beide Streckenseiten, um die Beleuchtung und Notbeleuchtung lückenlos sicherzustellen. Zudem installierte Zeppelin Rental farbige LED-Wannenleuchten, die die Notfallstationen deutlich markieren: grün für Anlaufpunkte im Notfall, blau für Löschwasserentnahmestellen – ebenfalls akkugepuffert.
Bis voraussichtlich 2028 wird die Anlage regelmäßig erweitert, angepasst und geprüft. Dazu gehören monatliche Prüfungen der Fehlerstrom-Schutzschalter – kurz FI-Prüfungen – sowie der flexible Umbau bei Bedarf, immer abgestimmt mit den einzelnen Bauabschnitten. Besonders dynamisch ist der Einsatz durch den wandernden Kran, der fortlaufend versetzt wird.
„Jedes Mal, wenn der Kran umgesetzt wird, müssen wir auch den Kranverteiler neu positionieren und die Stromversorgung anpassen“, berichtet Werthmann. „Das klingt nach Routine, ist in einem Tunnel aber logistisch anspruchsvoll. Wir haben die Abläufe genau getaktet, damit der Baustellenbetrieb unter keinen Umständen gestört wird. Projekte dieser Art machen einfach Spaß – sie fordern uns, bringen immer wieder Neues und zeigen, was möglich ist, wenn Planung, Technik und Teamwork perfekt zusammenspielen.“


